Die Vorgeschichte der Gitarre

Die Gitarre in ihrer heutigen Form hat einige unterschiedliche Vorläufer. Die genaue Herkunft kann nicht bestimmt werden. Sicher scheint, dass die Einflüsse arabischer Kultur und Musik, insbesondere in Spanien, für die Verbreitung und Veränderung verschiedener Saiten­instrumente verantwortlich sind.

Die Klasse der Saiteninstrumente

Die Gitarre erzeugt Töne durch die auf ihr befestigten Saiten, die durch Zupfen in Schwingung versetzt werden. Sie wird deshalb als Saiten­instrument bezeichnet (auch “Chordophon”), und ist in dieser Instrumenten­familie ein Zupfinstrument.

Aufgrund ihrer Bauform wird die Gitarre zu den Lauten­instrumenten gezählt. In diese Kategorie gehört eine vielfältige Anzahl an unterschiedlichen Instrumenten aus aller Welt.
Sie bestehen aus einem Resonanz­körper und einem damit verbundenen Hals, an dem Saiten zur Klang­erzeugung befestigt sind. Eine grobe Übersicht finden Sie unter Wikipedia-Lauteninstrumente.

Die Laute erreichte über Spanien den europäischen Raum. Die arabischen Mauren verbreiteten dort das Instrument “Oud”. Nach verschiedenen Änderungen der Bauweise nannten die Spanier das neue Instrument “laúd”. Daraus wurde der Name “Laute” abgeleitet.
Lange vor der europäischen Laute existierten im orientalischen Raum ähnliche Instrumente. Es existieren gitarren­ähnliche Instrumente aus 1000-1500 v.Chr. Die Herkunft der Gitarre wird eher dem arabischen oder persischen Kulturkreis zugeordnet, nicht zuletzt wegen des Namens.

Verschiedene Varianten der “Tar”

  • Bild einer iranischen Dotar
  • Wikimedia Commons – Iranian Dotar
    by Hossein Ghalami – CC BY 3.0

Die Herkunft des Namens “Gitarre” reicht zurück in urtümliche Sprachen wie Sanskrit oder ins Persische, wie es in dieser Form auch heute noch existiert. So lassen sich innerhalb dieses Sprachraums diverse Instrumente finden, deren Namen auf “tãr” endet, was sich mit “Saite” übersetzen lässt. Die Instrumente “Dotãr” und “Setãr“, übersetzt etwa “Zwei Saiten” bzw. “Drei Saiten”, lassen sich dort noch heute finden.

Die persische “Chartãr” (“Vier Saiten”) verbreitete sich ebenfalls in Spanien, wo sich Form und Bauweise änderten. Das entstandene Instrument wurde dann “Quitarra” genannt.
Aus den ursprünglich 4 Einzelsaiten hatten sich 4 Saitenpaare entwickelt. Man nennt dies auch “vier-chörig”. Die “Chartãr” ihrerseits ist heute noch in veränderter Form als “Tar” bekannt.

Die Entwicklung zur Guitarra

  • Zeichnung von Guitarra Latina und Guitarra Morisca
  • Wikimedia Commons – Mittelalterliche
    Zeichnung von Guitarra Latina und Guitarra Morisca
    aus “Cantigas de Santa Maria” (13. Jh) – Public Domain

Aus der “Quitarra” entwickelte sich nun die “Guitarra Latina” als Instrument für die breite Masse. Der Zusatz “Latina” sollte dabei die Zugehörigkeit zum romanischen Bevölkerungs­teil verdeutlichen. Neben ihr existierte auch die “Guitarra Morisca“, die in der muslimischen Bevölkerung verbreitet war.
Die Guitarra Latina erinnert in ihrer Form eher an moderne Gitarren. Sie setzte sich als Instrument des Volkes durch, da Liedbegleitung auf ihr einfacher möglich war als auf der Vihuela.
Diese verbreitete sich – mit ihren Gitarren-ähnlichen 6 Doppelsaiten – eher als Instrument der gebildeten Schichten. Spanien war zur damaligen Zeit das einzige Land, in dem sich die Laute nicht als wichtigstes Instrument durchgesetzt hatte.

Die Vihuela

Die erste Gitarrentypische Form einer Vihuela – Korpus in “8”-Form, mit flacher, kastenförmiger Unterseite – lässt sich anhand von Darstellungen aus dem 15. Jahrhundert nachweisen. Die Vihuela diente im Gegensatz zur Guitarra zu kunstvollem Spiel und war meist in der höfischen Musik zu finden. Nur in Spanien und dessen Einflussbereich in Italien fand die Vihuela größere Beachtung. Es existierten Instrumente mit 6, 7 und auch 8 Doppelsaiten.

Weiter im nächsten Kapitel

Quellen

http://www.metmuseum.org/toah/hd/guit/hd_guit.htm

http://theflamencoguide.com/what-you-need-to-know-about-flamenco-guitar/

http://mds.marshall.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1018&context=music_faculty

http://www.wellington-guitar-lessons.com/classical-guitar-history.html

http://www.guyguitars.com/eng/handbook/BriefHistory.html