Die Entwicklung der Gitarre in Renaissance und Barock (1500-1750)

Während der Renaissance bleiben Laute und Vihuela als Instrumente bestimmend. Kompositionen sind auf diese Instrumente zugeschnitten und werden vor allem als Kunstmusik am Hofe gespielt. Gitarren-ähnliche Instrumente existieren in ganz Europa, werden vornehmlich zur Unterhaltung eingesetzt.

Die Gittern

Im 16. Jahrhundert ist in Europa neben der Laute auch die 4-chörige Gittern bekannt. In Frankreich wird sie Guiterne genannt, in Deutschland Quinterne – hier dem Namen nach bereits 5-chörig. Auch in Italien und England ist das Instrument präsent und wird in der Literatur jener Zeit erwähnt. Für die Gittern existiert zwar eine große Auswahl an komponierter Musik, einschließlich mehrstimmigem Satz. Für das Spielen notierter und höfischer Musik bleiben die Laute und auch die Vihuela kulturell aber bestimmend.

Die Gitarre im Barock

Ab Anfang des 17. Jahrhunderts verbreitet sich das Instrument in einer 5-chörigen Version in ganz Europa. Die übliche Stimmung – A D G h e – wird bei heutigen Gitarren weiterhin verwendet. Diese Entwicklung stammt ursprünglich wohl aus Spanien, der Name “Guitarra Española” wurde aber vor allem von Spaniern selbst verwendet. Hier ist die historische Bedeutung unklar, da mit der Quinterne vergleichbare Varianten existierten.

In Spanien verdrängte die Guitarra Española aber schließlich die dort sehr populäre Vihuela als höfisches Instrument. Dies hatte große Auswirkungen auf die Zukunft spanischer Musik und Gitarrentechnik. Denn nun bestand die Musik am Hofe des Königs nicht länger aus französischen und italienischen Kompositionen.
Die Literatur des Barock umfasste bereits sämtliche Techniken. Akkordbegleitung, Zupfen einzelner Saiten und Melodiespiel sind in der Musik eingearbeitet.

Die Verbreitung der Gitarre

Die Gitarre verbreitete sich von Spanien zunächst weiter nach Italien. Auch hier war sie bald als höfisches Instrument bekannt und verbreitet. In der Folge werden Technik und Repertoire umfassender und filigraner. Auch die bautechnische Innovation verlagert sich nach Italien.

  • Eine klassische Laute
  • Laute im Museo de la Música
  • Wikimedia Commons – Lute(museum)
    by Aleix Herreras CC BY-SA 3.0

Die hohe Verbreitung liegt in der Verfügbarkeit begründet. Die 5-chörige Gitarre war leichter zu erlernen und günstiger zu beschaffen als die ebenfalls verbreitete Laute. Diese hatte deutlich mehr Saiten, und eine Liedbegleitung mit Akkorden war auf ihr deutlich schwieriger.

Im restlichen Europa dauert es noch, bis sich die Gitarre durchsetzt. Zunächst in Frankreich, später auch in England waren Gitarren als Instrumente am Hof präsent. Im 17ten Jahrhundert war die Laute auch hier als Hauptinstrument verdrängt. Nur in Deutschland mochte man dieser Entwicklung nicht folgen.

Quellen:

http://www.tabazar.de/geschichte

http://www.apemutam.org/instrumentsmedievaux/articles/bazinguitern.pdf

http://www.metmuseum.org/toah/hd/guit/hd_guit.htm

http://mds.marshall.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1018&context=music_faculty

http://www.wellington-guitar-lessons.com/classical-guitar-history.html

http://www.guyguitars.com/eng/handbook/BriefHistory.html