Die Entwicklung der Gitarre in Klassik und Romantik (1750-1850)

Mit der Klassik ist die Zeit der hochkomplexen Barock-Musik vorbei. Nun bestimmen einfache Melodien und reduzierte Harmonien die Musik.

Die moderne Gitarre entsteht

Im 18ten Jahrhundert ergeben sich viele Änderungen der Gitarre, hin zu dem Instrument wie wir es heute kennen. Der genaue technische und musikalische Ursprung vieler Änderungen ist aber oft unsicher.
Ein sechstes Saitenpaar wird der Gitarre hinzugefügt. Später erlaubt es die verbesserte Technik der Saiten­produktion, auf die Chörigkeit zu verzichten und 6 Einzel­saiten aufzuspannen. Auch die Technik des Gitarrenbaus verbessert sich. Die Hölzer werden dünner und der Korpus größer, was den Klang im Bassbereich verbessert.

Musik abseits der herrschaftlichen Höfe

Ende des 18. Jahrhunderts beginnt die Entwicklung der staatlichen Strukturen mit mehr Einbeziehung des Volkes. Die Volksmusik der breiten Masse und die Kunstmusik, welche am Hofe gespielt wurde, vermischen sich. Theoretisch hat nun jeder die Möglichkeit, ein Instrument zu lernen. Die Literatur vereinfacht sich in Folge dieser Bewegung, da große Nachfrage nach leicht erlernbaren Stücken und Lehrbüchern herrscht.

Spieltechnische Entwicklung

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts werden Spieltechnik und -haltung entscheidend verbessert. Das Zupfen mit Fingernägeln und die Benutzung des Fußbänkchens gehen auf diese Zeit zurück. Noch gibt es aber keine einheitliche Schule für das Gitarrenspiel. Jeder der heute noch bekannten großen Gitarristen beschreibt und illustriert seinen eigenen Spielansatz in Lehrbüchern. Die Unterschiede sind überraschend groß.

Kulturelle Zentren

Die wichtigsten Städte für Gitarrenmusik dieser Zeit sind wohl Paris und Wien gewesen. Hier halten die großen Gitarristen, die meist aus Spanien oder Italien stammen, Konzerte und Unterricht ab. London wird später zu einem weiteren Anziehungspunkt für Gitarrenmusiker, darunter viele Deutsche. Mit dem Übergang in die Romantik verlagert sich die weitere Entwicklung der Gitarre wieder nach Spanien.

Tarrega und Torres

In der Mitte des 19. Jahrhunderts steht die Entwicklung der Gitarre still. Die Gitarristen der Klassik waren verstorben, und es gab zunächst keine Nachfolger. Die verbreitete Musik im Europa dieser Zeit sind italienische Klaviermusik und Opern.
Der Spanier F. Tarrega führt die technische Vielfalt der früheren Generation von Gitarristen zusammen. Seine Spieltechnik ist die heute noch gelehrte klassische Haltung und Spielweise. Deshalb gilt er als Begründer der modernen spanischen Gitarrenschule. Er prägt die nächste Generation wichtiger Gitarristen und veröffentlicht Bearbeitungen wichtiger spanischer Musik.
Unterstützung erfährt er dabei durch A. Torres, einen Gitarrenbauer, der ähnlich revolutionäre Neuerungen entwickelte. Mit seiner speziellen Form des Gitarrenbaus wird die Gitarre lauter und für größere Aufführungen geeignet. Die Bautechnik hat sich vom Prinzip her ebenfalls bis heute durchgesetzt.

Quellen:

Tabazar – Geschichte der Gitarre
http://www.tabazar.de/geschichte/index.php?page=5